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Vorher im Hintergrund. Nachher im Wow, ganz ohne Spektakel.

Ich beginne diesen Text mit einem Widerspruch. So kamen mir unlängst die Worte einer Stilberaterin aus Deutschland unter, die meinte, dass die meisten deutschen Frauen den Zustand des "Nicht- Auffallens" anstreben. Damit gemeint war auch das Vermeiden von etwaigen stilistischen Fehlern. Auf der einen Seite sehnt man sich danach, gesehen und gehört zu werden und auf der anderen Seite wollen viele nicht auffallen. Ein klarer Widerspruch. Auffallen und gesehen zu werden haben miteinander zu tun. Die lästige Schwester in diesem Fall ist die Angst, dabei Fehler zu machen. Hier nun meine 6 Strategien,  wie Du entspannt aus dem Hintergrund treten kannst. Sie haben mit Kleidung zu tun, mit Farben, optischen Mitteln, mit einem selbst, ich habe sie ausprobiert und für gut befunden und sie können von jeder Person angewendet werden. Be inspired!

 

 

1. VOM GRAU ZUM WOW

Wenn Du zu den Menschen gehörst, die am liebsten Grau, Beige oder Schwarz tragen, dann habe ich eine schlechte Nachricht. Diese Farben sind nicht geeignet, Vordergrund-Spielerinnen zu sein.

Dunkle Farben treten optisch in den Hintergrund und bauen Distanz auf. Menschen, die sich von Kopf bis Fuß in diese Farben kleiden, nehmen sich so ungewollt aus dem Spiel. Tipp: Hinterfrage, warum Du diese Farben trägst: weil man darin "gut angezogen ist"? Weil man damit schlanker aussieht? Es gibt viele Gründe, warum Menschen zu diesen Farben greifen. Da es per se nichts gegen dunkle Farben wie auch Beige gibt, wenn man sie richtig verwendet, zeige ich euch mit den folgenden Punkten, wie man diese Wünsche besser erfüllt.

 

 

2. FARBEN MACHEN FRISCH

Farben sind nicht gleich Farben, wir haben allesamt bestimmte Farben an uns und so wie man einen Radiosender scharf stellt und erst beim genauen Justieren den perfekten Ton trifft, sehen auch wir mit den für unsere "Farbigkeit" passenden Tönen am Besten aus. Wir wirken aber nicht nur jünger, frischer, sondern auch wacher und unsere Hautfarbe gesünder. Und die Menschen sehen uns in die Augen! Das ist ein zentraler Punkt, den man berücksichtigen muss, wenn man sichtbar sein will. Je frischer und klarer man aussieht, desto mehr Aufmerksamkeit zieht man auf sich.

Wie findet man die richtigen Farben? 1. bei einer Farbberatung oder 2. durch Beobachtung. Bin ich ein warmer oder kühler Farbtyp? Kühl bedeutet grob gesagt blaustichig, warm bedeutet gelbstichig. Je nachdem passen warme oder kühle Töne zu mir.

Links  oben die kühle Farbpalette, rechts die warme Farbpalette. Die Damen sind gemischt, warm und kühl. Seht ihr den Unterschied?

 

 

3.  FORMEN MACHEN SICHER

+ Image. Wir brauchen Kleidung, die uns weder versteckt, noch entblößt. Sie soll uns sicher machen, bei dem, was wir tun. Du brauchst Formen, die die Körperform unterstützen und nicht gegen sie arbeiten. Und das aus hochwertigem Material, ganz egal, von welchem Stil wir hier reden. Das Material ist immer die Basis von allem und wenn diese hochwertig ist, zeigt das mir selbst und meiner Umgebung, dass ich mich selbst schätze und es mir wert bin.

 

+ Köperform. Eine Frau mit breitem Po und kräftigen Oberschenkeln wird sich in einer engen Hose und kurzen Jacke immer ausgestellt und unförmig vorkommen, in einem Mantel und einem Bleistiftrock hingegen wie eine Göttin aussehen. Fließende Stoffe sind wichtige Helfer, die über Rundungen gleiten. Auch die Kombination aus hellen mit dunklen Farben kann Glanzlichter setzen, wo wir die Aufmerksamkeit haben wollen und  wo wir mögliche Problemzonen wahrnehmen. ÜBRIGENS:  Für jede Form gibt es schöne Kleidung und die richtigen Formen machen schlanker, größer und jünger, ganz ohne Diät.

 

+Passform. Wenn die Hose kneift, der Rock hochrutscht, die Bluse unter den Achseln spannt und man dauernd beim Zurechtziehen ist oder sogar schon eine "Schonhaltung" einnimmt, hat man schon an Ausstrahlung eingebüßt. Weil die Aufmerksamkeit weggerutscht ist vom eigentlichen Ziel- ein Vortrag, ein Bewebungsgespräch, ein Kundengespräch, eine Party, etc. Die richtige Passform umspielt den Körper, engt nicht ein, lässt Platz für Bewegungen und die eigene Persönlichkeit. Kleidung nie zu klein kaufen und nie gegen die Körperform!

 

 

 

4. FARBEN MACHEN SICHTBAR

Zurück zu den Farben. Grau ist nicht ideal, Schwarz auch nicht, wenn es um die Sichtbarkeit geht. Außer,  sie erhalten Kontrastfarben. Je höher der Kontrast im allgemeinen, zwischen Hell und Dunkel und Farben an sich, desto auffälliger ist das Outfit, die Person. Es gibt Mittel und Wege, beige Outfits mit Farben zu versehen. ZB mit einer kräftigen Farbe kombinieren, mit speziellem Schmuck, mit  einem roten Lippenstift, ec. Beige, Sand, Camel sind sehr schöne Farbtöne, doch da sie etwa bei Menschen mit helleren Haaren zu nahe an die Haarfarbe kommen, verschwimmt die ganze Person zu einer konturlosen Masse. Es braucht Partner und dann funktioniert es auch bei Beige und Grau. Oder man greift zu anderen Farben, je nachdem welches Image man haben will( siehe den letzten Text von mir). Der Kontrast zwischen Hell und Dunkel hilft ebenfalls dabei, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Auch Schwarz muss nicht abwesend und morbid aussehen, sondern kann mit kräftigen Partnern einen Hauch von Mexico und Frieda Kahlo bekommen.

 

Bilder alle von Unsplash

5. MUT ZUM BESONDEREN ETWAS

 

Was willst Du wirklich? Bist du so gekleidet wie die anderen? Warum? Frauen haben die Tendenz, die Interessen und Erwartungen der anderen über ihre eigenen zu stellen und das macht es nicht gerade leicht, das besondere Etwas zu entwickeln, behaupte ich. Es muss uns klar sein, dass wir erst dann zu einer besonderen Ausstrahlung und einem tragfähigen Sichtbarwerden gelangen, wenn es aus uns selbst kommt. Wir sind unser eigenes Original. Das bedeutet noch nicht, dass wir uns in eine bloße Gegenposition werfen oder schrullig anders aussehen müssen.

 

Das kann vielmehr der besondere Schmuck sein, der Wunsch nach mehr Farbe, den man stilvoll auslebt.  Vielleicht klappt das nicht so ganz zu Beginn, das Rot fühlt sich zu Beginn etwas zu laut an und der gewünschte Mustermix wirkt auf einmal aufdringlich. Doch nur Mut! Die wichtigste Eigenschaft für Ausstrahlung, Charisma und den Platz in der Mitte ist nicht das perfekte Äußere, sondern dass man sich uneingeschränkt mag. Dass man Risiken eingeht und Dinge ausprobiert. Man kann das auch vor aller Augen machen, ohne dass die Welt einstürzt. Wir müssen niemandem eine andere Person vorspielen.

 

Kleidung darf Raum einnehmen. Farben dürfen kräftig sein. Alle tragen Billigmode, nur Du hast immer schon Qualität und Klassiker gemocht? Dann lebe deinen Stil aus. Alle meinen, dass Frauen sexy und körperbetont gekleidet sein müssen, um schön zu sein, nur Du magst das nicht und willst als Mensch Position beziehen? Dann tue es! Wer sichtbar wird und sich aus der Deckung der Massenmode, dem erwartbaren Verhalten, herausbewegt, bezieht Position und wird sichtbar. Du bist keine Person mehr, die man einfach so wegschieben kann. Das mag anfangs ungewohnt sein, Aufmerksamkeit auf Dir zuspüren, doch mit der täglichen Übung gewöhnst Du Dich schnell daran.

 

 

 

6. Sei deine beste Freundin

Dieser Punkt müsste die Nummer 1 sein. Du willst sichtbar werden, gehört werden? Ja?

 

Das ist gut! Glaubst du, dass ein paar neue Farben und Formen reichen? Ich bin sicher, es ist klar, dass ein paar äußere Änderungen zu wenig sind.

 

FRAGE: Erlaubst du dir selbst sichtbar zu sein und Aufmerksamkeitzu bekommen- oder sitzt da die kleine Kritikerin auf der Schulter, die jeden deiner Schritte beobachtet und ungefragt kommentiert? "Das schaffst du ohnehin nicht, das kannst du nicht, das gehört sich nicht..."  Es gibt ein Buch, das ich uneingeschränkt empfehle und wie Du anhand seines gebrauchten Zustands siehst, habe ich es immer wieder in der Hand und lese darin :-)

"Mich übersieht keiner mehr" der deutschen Psychologin Eva Wlodarek  ist ein kompaktes Taschenbuch, das nicht nur angelernte Glaubenssätze entlarvt, sondern bis in das Jetzt höchst wirkungsvolle Anleitungen gibt, wie man Begeisterung entwickelt, Klarheit, Ecken und Kanten, Stil und dem demotivierenden Kritiker im Ohr eine zweite positive Stimme entgegensetzt.  Das Resultat: Viel ansteckende Ausstrahlung und Freundschaft mit sich selbst. Eva Wlodarek, Mich übersieht keiner mehr, Fischer Taschenbuch Verlag

 

Hier setze ich einen Punkt. Wie geht es Dir mit diesem Thema? Dann schreibe mir, teile den Artikel über Social Media weiter, kommentiere auf Facebook, damit ihn viele Menschen lesen können.  Bis auf bald, Frau Jona&Son