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Die Kraft der sanften Farben

Über sanfte Farben zu schreiben, wenn man im Geschäft gerade kräftige Töne zum Abwinken bekommt, erscheint gewagt. Und doch ist genau jetzt die beste Zeit, über Farbtöne zu schreiben, die nicht mit der Brechstrange daherkommen. Bei meinen letzten Streifzügen durch die Geschäfte sah ich jede Menge künstlich wirkende Farben- gelbstichiges Rot, grelles Gelb, künstliche wirkendes Grün und vieles mehr. Was ich jetzt schon voraussagen kann, ist, dass diese Farben bei vielen Menschen ungetragen im Schrank hängen werden. Oder im Shop. Weil sie für die wenigsten Farbtypen/Personen etwas tun, sondern diese schlichtweg an die Wand spielen. Zu kräftig ist das eine, nicht zum Farbtyp passend das andere, zu dunkel eine weitere Geschichte für sich.

 

 

 Farben wirken immer dann schön an einer Person- und machen sie schön-

wenn sie etwas mit der Person zu tun haben.

 

 

Dazu eine Anekdote.

Bei einem Farbenseminar( ich zeigte meinen Teilnehmerinnen, wie sie ihre idealen Farben erkennen) hatte ich meine Analysetücher mitgebracht.  Ich legte nach der Reihe den Damen die Farben an und gemeinsam blickten wir der jeweiligen genau ins Gesicht und versuchten zu erkennen, was sich veränderte. Zum  Positiven wie auch zum Negativen. Eine Teilnehmerin, die- vom Kopf angefangen- schwarz gefärbte Haare hatte, schwarz gekleidet war und dazu eine kräftige Farbe kombiniert hatte, sah mit einem sanften Taubenblau und anderen Tönen aus der Sommerpalette auf einmal viel weicher und jünger aus und meine Gruppe war verblüfft.

 

 

 

Was ist passiert?

Ich habe Farben verwendet, die  der Farbigkeit und der Farbintensität der Person entsprochen haben. Ich habe genau hingesehen und einen Gang zurückgeschaltet, sozusagen.

Schaspielerin Jamie Lee Curtis zwei Mal in unterschiedlichen Altersphasen. Mit flachem Kontrast und mit deutlichem Kontrast. Bildcredit: via Pinterest. Sanfte Farbstimmung als Inspiration für eigene Styles. credit: Colourseed über Pinterest, Hannah_CRD Unsplash, Unsplash

 

Gerade bei Menschen mit mittlerem bis flachem Farbkontrast im Gesicht wie natürlich besonders beim Älterwerden verändert sich auch die Farbigkeit und die Intensität des Aussehens. Die  einst leuchtenden Haare werden grau oder blasser, die Haut sieht milder aus, die Augenfarbe verliert an Feuer, es ist so, als ob unser Farbsystem zurückgefahren wird.  Auf einmal wirken Haartönungen und Haarfarben viel zu stark oder zu dunkel, die Lippenstiftfarbe und das Augen-Make-up wie aufgesetzt. Man sieht älter aus, als man ist. Tipp: Das ist ein guter Zeitpunkt für eine Farbberatung bei mir, ein Update, um das eigene Farbsystem mit dem neuen Status Quo in Einklang zu bringen.

 

Farbe neu bestimmen und sichtbar bleiben

Darauf gehe ich bei meinen Coachings ein:  ich zeige, wie sehr die mittleren bis sanfteren Töne eine Person doch wieder zum Leuchten bringen- weil sie diese nicht überstrahlen. Wie Falten beinahe ausgebügelt wirken und das Gesicht jünger und weicher aussieht, ganz ohne Detoxcremes. Ihr wisst mittlerweile durch meine Artikel, dass kräftige Farben wichtig sind für einen präsenten Eindruck, für Aufmerksamkeit und ein jüngeres Aussehen. Ja, das stimmt. Doch auch hier muß man wieder drüberschauen und analysieren. Passt diese Farbigkeit oder kombiniere ich nun kräftig mit mittel? Wie bleibe ich sichtbar und präsent, ohne von den Farben an die Wand gespielt zu werden? Und muß ich immer farbtechnisch auf die Pauke hauen oder kann ich es auch einmal ruhig und ganz in Harmonie mit mir angehen? Übrigens, sanft kann auch satt bedeuten, aber nicht grell.

Ideen für Farkombinationen:

Camel/Mittelbraun statt Dunkel, dazu sanfte bis mittelstarke Töne. Kräftiger Rock mit hellem Oberteil. Sanfte Farbpalette. Hellrosa mit Seegrün. Taubenblau. Mittelstarke Farbe mit kräftiger Farbe.

 

 

Meine Geschichte: Vom Schneewittchen zur "40+ Summerbeauty"

Ich selbst erlebe dieses Weicherwerden des Ausdrucks am eigenen Leib. War ich in meinen 20ern ein Schneewittchen mit dunkelbraunen Haaren, heller Haut und blauen Augen, darf ich seit etlichen Jahren erleben, wie sich weiße Haare breitmachen in meinen heller werdenden Haaren , wie meine Haut auf einmal leichter bräunt, die Augen zum Glück Blau geblieben sind aber die Augenbrauen weniger und heller werden. Ich bleiche haartechnisch aus, mit gleichzeitig dunklerer Hautfarbe, könnte man sagen.  Der Kontrast wird flacher. Und doch finde ich es- bis auf die Augenbrauen- schön, wie ich mich verändere. Das Dunkelbraun aus dem Friseurbedarfsgeschäft geht aber nicht mehr. Jetzt muss es schon ein hellerer Ton sein, wenn ich mich denn ans Haarefärben mache.

 

 

FRAGE an DICH: Wie geht es dir mit den Farben? Merkst du, welche Farben Dich tragen und welche Dich an die Wand spielen? Oder: merkst du, wie Du im Älterwerden auch einen Gang zurückschaltest und auf der Suche nach einer neuen Sichtbarkeit bist? Ich freue mich über deine Kommentare hier.