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"Ich liebe meinen Körper" - 5 Schritte, wie Du dorthin kommst



1. Akzeptieren, was ist


In einem Stilberatungsbuch habe ich einmal einen gescheiten Satz gelesen: "Du hast einen großen Hintern? Akzeptiere ihn, denn er wird immer sichtbar sein." Den Rest habe ich vergessen, aber dieser eine Satz blieb hängen, weil er so genial gut ist.

Egal was wir anstellen, egal, wie wir ihn zu verhüllen versuchen- unser Körper bleibt sichtbar. Und es ist sinnvoll, sich mit ihm zu versöhnen und vom Verhüllen wegzukommen. Ob es zu starke Oberarme, zu dicke Schenkel,  zu kurze Beine sind,  jetzt ist die Zeit dafür, sie anzunehmen. Und es geht erst einmal darum, das "zu" zu streichen und Vergleiche mit anderen Frauen bleiben zu lassen. Der Oberarm ist erst einmal stark, der Po ist groß und nicht mehr! Die richtige Kleidung kann ihn hübsch verpacken, doch aus einer Größe 44 wird keine 38. Das ist aber auch nicht das Ziel der Sache. Was ist das Ziel? Richtig, akzeptieren, was ist!

 

 

2. Mein Körper, mein Wesen sind meine Heimat

 

Der Körper wird durch das tägliche Tun definiert- wer viel vor dem Laptop sitzt und keine Bewegung macht, wer sich nur mit dem Auto fortbewegt, kann nicht erwarten, einen guten Muskeltonus und eine gute Kondition zu besitzen. Wer das tun kann, was er gerne tut, laufen, spazieren, lesen, tanzen, Liegestütze machen und er fühlt sich wohl dabei, wer keine aktute Atemnot bekommt, wenn er eine Anhöhe hinaufsteigt oder in den zweiten Stock, der ist halbwegs fit. Wer Gemüse liebt und frisches Essen und sich nicht nur von Süßem ernährt, hat auch in diesem Punkt schon einen wesentlichen Schritt zu mehr Wohlgefühl getan. Ob man nun Größe 36 oder 42 trägt, ist egal.

 

 

 

3. Ich bin mein eigener Bezugspunkt

 

Ich fühle mich wohl in meinem Körper, ich gefalle mir. Oder wenn es noch nicht so weit ist, dann lerne ich jetzt, mir zu gefallen und meine Formen nicht nur zu akzeptieren, sondern auch ihre Schönheit zu sehen. Ich bin mein eigener Bezugspunkt. Ich bin ein Mensch und ich lebe die Vielfalt, wie eine Frau aussehen kann, aus. Ich ziehe an, was mir gefällt und nicht, worin ich mich am Besten verstecken kann. Wenn Du bei diesem Punkt spürst, wie sich die Nackenhaare aufstellen, weil Du mir nicht zustimmen magst, dann etwas zu mir: An diesem Punkt bin ich viele Jahre gestanden, glaube mir!

Als ich aber erkannt habe, dass ich mir mit Größe 38/40 fast ebenso dick vorgekommen bin wie jetzt mit Größe 42, hat das etwas in mir ausgelöst. Ist das Gefühl für das eigene Schön-Sein so relativ?

 

Glaube mir, es ist relativ. Es macht viel mehr Sinn, sich mit sich anzufreunden als sein Leben lang gegen sich Krieg zu führen. Schließlich sollen Frauen Länder regieren, ihrer Berufung folgen und die Welt besser und schöner zu machen. Das ist ziemlich schwierig, wenn man dabei immer nur an den wabbeligen Bauch denkt und hofft, dass ihn keiner bemerkt. Schade um die Energie.

 

 

4. Ich trage, was mir entspricht

 

Ich bin muskulös-sportlich und liebe feminine Kleider? Warum nicht. Ich bin kurvig und mag maskuline Mode? Auch das geht. Rot bei Größe 44? Die Zeit von Sack und Asche dürfen der Vergangenheit angehören. Noch einmal: egal, was wir machen, unser Körper ist sichtbar. Und er entspricht uns, er ist kein Ornament sondern unser Instrument, mit dem wir alles tun können, was wir wollen. Kochen, laufen, Kinder tragen, Garten umgraben, radfahren und Menschen umarmen. Lasse deine kritische Stimme im Kopf nicht zu Wort kommen sondern höre der liebevollen Stimme zu. Und dann setzt Du Deinen Stil um. Denn- du bestimmst selbst, wie du als Frau, als Mensch aussehen kannst. Hilfestellung und Anregung gibt es bei mir.

 

 

 

 

 

5. Ich lenke den Blick und inszeniere mich mit Kleidung

 

Ich lenke den Blick, wohin ich will. Der eigene Bezugspunkt zu sein bedeutet unabhängig zu sein. Es bedeutet jedoch nicht, auf alle Vorstellungen zu pfeifen und sich im permanenten Gegensatz zur Außenwelt zu befinden.

Wir nutzen die Welt der Mode und lenken den Blick, wohin wir wollen. Die Oberarme sind muskulös aber in umspielender Viskose sehen sie sanfter aus. Mein Gesicht ist unregelmäßig- mit einer unregelmäßig gemusterten Brille greife ich das auf und harmonisiere den Ausdruck. Mein Mund ist schief und ich liebe roten Lippenstift? Ich trage ihn trotzdem auf und traue mich, eine unverwechselbare Persönlichkeit mit einem speziellen Markenzeichen zu sein. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Kleider sind echte Freunde und ein guter Style macht das Leben auf jeden Fall bunter und lebendiger.

credit: Woman with Curves

 

Mit Kleidung umzugehen, mit Farben und Formen will gelernt sein. Das ist mein täglich Brot. Doch grundsätzlich geht es einmal darum, die Körpergrenze zu verlassen, die Vorgaben im Kopf, wie eine Frau mit Deinem Körper auszusehen hat. Und dann steht Dir die Welt offen. Ich wünsche Dir noch viel Freude am Dich-Kennenlernen und Umarmen und wenn Du Deinen eigenen Bezugspunkt geschaffen hast, lasse es mich wissen. Ich poste gerne Deine Erfahrungen, denn sie sind eine Inspiration sein für andere Frauen, die diesen Punkt gerade erreichen.